Sternsinger
Als Sternsinger bezeichnet man drei als Heilige Drei Könige gekleidete
Menschen, die für wohltätige Zwecke sammeln. Der Brauch geht auf das
16. Jahrhundert zurück.
Geschichte
Das Sternsingen geht auf die Erwähnung der Sterndeuter in dem Evangelium nach Matthäus
zurück. Im sechsten Jahrhundert wurden auf Grund der drei Weihegaben (Mt 2,11 EU) und des Bezuges auf Buch der Psalmen 72 EU drei Personen vermutet . Aus diesen wurden im achten
Jahrhundert Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Im sechzehnten
Jahrhundert lässt sich der Brauch des Sternsingens erstmals urkundlich nachweisen. Bis in
das zwanzigste Jahrhundert gingen meist arme Kinder und Jugendliche in Eigeninitiative von
Haus zu Haus und sammelten Naturalien und Geld für sich und ihre Familien. Seit Mitte des
zwanzigsten Jahrhunderts gibt es in Deutschland und Österreich zentral gesteuerte
Sternsingeraktionen. Gesammelt wird meist für Entwicklungshilfeprojekte, die Kindern in
Not weltweit helfen.
2004 wurden die Sternsinger mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet.
Brauchtum
Gemeindemitglieder gehen am Dreikönigsfest, dem 6. Januar, beziehungsweise dem
darauffolgenden Wochenende oder oft sogar in der Woche vom 1. bis zum 6. Januar, als
Heilige Drei Könige gekleidet von Haus zu Haus. Meistens sind es Kinder und Jugendliche,
die diese Aufgabe wahrnehmen; in katholischen Gegenden oft die Ministranten oder andere
Jugendliche der jeweiligen Kirchengemeinde, die nicht nur die Frohbotschaft des
Evangeliums verkünden, sondern auch Spenden für benachteiligte Kinder sammeln.
Die Sternsinger werden von der jeweiligen Pfarrgemeinde ausgesandt. Den Menschen, die
sie einlassen, singen die Sternsinger ein Lied und/oder sagen ein Gedicht bzw. ein Gebet
auf. Dann schreiben sie an die Haustüren bzw. die Türbalken mit geweihter Kreide die
traditionelle Segensbitte C+M+B+ mit der jeweiligen Jahreszahl und drei Kreuzen (20*C+M+B+08).
Diese Schreibweise hat, laut Kindermissionswerk, folgende Bedeutung: ein Stern für den
Stern von Bethlehem und die drei Kreuze für den Dreifaltigen Gott: Vater, Sohn und Hl.
Geist. Es existieren aber regional verschiedene andere traditionelle Schreibweisen, bei
denen z.T. nur zwei Kreuze (20+CMB+08 oder 20*C+M+B*08 oder 20 C+M+B 08),
drei Kreuze (20+CMB+08 mit einem dritten Kreuz über dem M) oder vier Kreuze (20+C+M+B+08)
geschrieben werden.
Die Bedeutung der Buchstaben C, M und B wird offiziell spätestens seit den
1950-er-Jahren als Abkürzung der lateinischen Worte Christus mansionem benedicat
(= Christus segne dieses Haus) gedeutet. Diese früher als Bannmittel, heute
als Segensbitte geltende Formel soll das Haus und seine Bewohner vor Unglück schützen,
bzw. den Segen Gottes auf sie herabrufen. Frühere Quellen dieser Deutung fehlen; in
älteren Volkskundlichen Abhandlungen herrscht die Deutung der Buchstaben als Initialen
der drei Könige vor. Dies wird auch dadurch erhärtet, daß in manchen Regionen die
Schreibweise K+M+B üblich war.
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