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Das Märchen von den fünfundzwanzig Bohnenstangen

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Das Märchen von den fünfundzwanzig Bohnenstangen
Seite 2
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Da sind im tiefen Wald einmal fünfundzwanzig schöne Tannebäumchen gewesen. Denen hat es nicht mehr gefallen im grünen Wald, und sie haben gesagt: "Jetzt wollen wir in die weite Welt gehen. Der Wald ist uns zu grün, der Wald ist uns zu tief." Und in einer Nacht, da heben die fünfundzwanzig Tannenbäumchen Ihre Wurzeln aus der Erde genommen und sind in die weite Welt gegangen. Was waren das dumme Tannenbäumchen! Aber sie sind noch so jung gewesen und haben gemeint, in der weiten Welt wäre es schöner als im dunklen, grünen, tiefen Wald. Und wie sie so durch die weite Welt gingen, da hatten sie auf einmal Hunger. Und sie sind in der Stadt in ein Gasthaus gegangen und

wollten etwas zu essen haben. Da hat der Wirt Ihnen eine Erbsensuppe gebracht. "Oh weh!" haben die fünfundzwanzig Tannenbäumchen gesagt, "gibt es denn hier keinen Tau?"
"Nein, den gibt es nicht in der weiten Welt."

Da haben die Tannenbäumchen die Erbsensuppe stehen lassen und sind weitergegangen. Und sie sind an ein Haus gekommen, daraus roch es so schön nach Tannenharz, und die fünfundzwanzig Tannenbäumchen sind nur sie herumgesprungen vor Freude. Und dann haben sie an die Haustür geklopft. Und wie der Mann von dem Haus herausgekommen ist, da haben sie ihn gefragt:

Mann vom Häuschen Tannenharz
Können wir nicht bei Dir wohnen?
Wir wollen gern Dein Häuschen kehren
Deine kleinen Kinder lehren,
Erzählen von dem grünen Wald,
Und im Winter, wenn es kalt,
Dir den Ofen schüren.

"Ei ja" hat der Mann gesagt, "kommt nur hereinspaziert, zum Ofenschüren kann ich Euch gerade brauchen." Und er hat die Türe weit aufgemacht.
 
Da haben die Tännchen hineingeschaut in das Häuschen, da war das Haus eine Sägemühle. Da haben die Tännchen gesehen, wie in der Sägemühle die schönen dicken Tannen zersägt wurden. Und wie sie das gesehen haben, da sind sie schnell davongelaufen, die fünfundzwanzig Tännchen. Die ganze Nacht sind sie gelaufen. Und am Morgen sind sie so hungrig gewesen und so durstig, dass sie beinahe nicht mehr gehen konnten. Und da haben sie sich ein bisschen auf die Straße gesetzt und haben geweint, dass sie nicht mehr im tiefen Walde waren. Und wie sie so an der Straße hockten, da ist ein Schutzmann gekommen, der hat gesagt:
"Hier darf man nicht stehen bleiben!" und er hat sie fortgejagt.



 

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