da liegen die Kinder im Traum.Sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.

Und während sie schlafen und träumen
wird es am Himmel klar
und durch den Himmel fliegen
drei Englein wunderbar.
Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der heilige Christ.
Es ist so fromm und freundlich
wie keins auf Erden ist.

Erleben eigentlich Stadtkinder Weihnachtsfreuden? Erlebt man sie heute noch? Ich will es allen wünschen, aber ich kann es nicht glauben, daß das Fest in der Stadt mit ihren·· Straßen und engen· Gassen das sein kann, was es uns Kindern im Walde gewesen ist. Der erste Schnee erregte schon liebliche Ahnungen, die bald verstärkt wurden, wenn es im Haus nach Pfeffernüssen, Makronen und Kaffeekuchen zu riechen begann,· wenn am langen Tische der Herr Oberförster und seine Jäger mit den Marzipanmodeln ganz zahme, häusliche Dinge verrichteten, wenn an den langen Abenden sich das wohlige Gefühl der Zusammengehörigkeit· auf dieser Insel, die Tag und Tag stiller wurde, verbreitete.

Die Stadt lag unter einer weißen Puderschneedecke, auf der sich das Licht der unzähligen Weihnachtsbeleuchtungen tausendfach widerspiegelte und sie wie einen Diamanten funkeln ließ. Es war der Weihnachtsabend. Schnee rieselte in dicken Flocken wie in einem Weihnachtsmärchen sanft vom Himmel herab und ließ die Herzen der Menschen höher schlagen. Naja, vielleicht nicht aller Menschen. “Das wird einen schönen Stau geben”, murmelte Tim, der aus seinem Luxuspenthouse hoch über den Dächern der Stadt dem Schneetreiben mißmutig zusah. Mit seinen vierzig Jahren war er am Zenit seiner Karriere angekommen. Als Geschäftsführer einer renommierten Firma für modernste

„Heiligabend fällt dieses Jahr aus!“ Irritiert sah der Weihnachtsmann von dem beeindruckenden Stapel der noch abzuarbeitenden Wunschzettel auf, der wie ein kleiner Berg auf seinem rot lackierten Schreibtisch thronte und musterte den Besucher mißbilligend, der es gewagt hatte, so einfach in sein Büro zu stürmen. Natürlich Vingo, ging es ihm durch den Kopf, während ein tiefer Seufzer seiner Brust entfleuchte. „Was ist denn nun schon wieder?“, fragte er den aufgebrachten Elfen, dessen Kopf gerade einmal über die Tischkante reichte. Aber die mangelnde Größe stand in keinem Verhältnis zu dem aufbrausenden Wesen des Elfen. Seine spitzen Ohren wackelten bedenklich als er Luft holte, um seinen Unmut kund zu tun.

Unser Vater war ein echter, rechter Weihnachtsmann, er wusste jedes Fest erst recht zu einem Feste zu gestalten. Den ganzen Zauber der Weihnacht seiner Kindheit wusste er in unsere Weihnacht zu übertragen.·Und so feiern auch wir, seine Kinder, unsere Weihnachtsfeste ganz im Sinne unseres Vaters. Der Weihnachtsbaum wird genau so geschmückt, wie er einst von ihm geschmückt wurde, die Kuchen nach den althergebrachten Familienrezepten gebacken, wie sie schon sein Kinderherz entzückten. Wenn das alte, liebe Weihnachtsfest wieder naht und ich mich in eine rechte Weihnachtsstimmung versetzen will, setze ich mich in der Dämmerung in einen tiefen Lehnstuhl.

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O Tannenbaum, o Tannenbaum,
O Tannenbaum, o Tannenbaum, du trägst ein’ grünen Zweig, den Winter, den Sommer, das dau’rt die liebe Zeit Warum sollt’ ich nicht grünen, da ich noch grünen kann? Ich hab’ nicht Vater noch Mutter die mich versorgen kann.
O du fröhliche, o du selige
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen kommt der Weihnachtsmann,Kommt mit seinen Gaben.Trommel, Pfeife und Gewehr,Fahn und Säbel und noch mehr,Ja ein ganzes Kriegesheer,Möcht’ ich gerne haben. Bring’ uns, lieber Weihnachtsmann,Bring’ auch morgen, bringeMusketier und Grenadier,Zottelbär und Panthertier,
Morgen, Kinder, wirds was geben!
Morgen, Kinder, wirds was geben!Morgen werden wir uns freun!Welche Wonne, welches LebenWird in unserm Hause seyn;Einmal werden wir noch wach,Heysa, dann ist Weihnachtstag! Wie wird dann die Stube glänzenVon der großen Lichterzahl!Schöner, als bey frohen TänzenEin geputzter Kronensaal.Wißt ihr noch, wie vor’ges JahrEs am heil’gen Abend war
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

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