Anklöpfeln, Klöpfelnächte

Das Anklöpfeln in den Klöpfelnächten

Der vorweihnachtliche Weihnachtsbrauch Anklöpfeln wird seit dem 15. Jahrhundert durchgeführt – hauptsächlich in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Die Klöpfelnächte finden an den letzten drei Donnerstagen vor Weihnachten statt.

Die Klöpfelnächte

Hierbei klopfen Kinder an die Türen oder Fenster und erbitten Gaben. Nachdem dies zeitweise zu sehr ausschritt und auch keinen christlichen Bezug hatte, wurde der Brauch Anklöpfeln zeitweise verboten. Im Ursprung handelte es sich nicht um einen christlichen, sondern um einen weltlichen Brauch, der als Orakel für das kommende Jahr verwendet wurde. Die Verbote hatten wenig Erfolg, stattdessen wurde der Brauch immer beliebter und erhielt erstmal einen christlichen, weihnachtlichen Sinn. Daher findet man teilweise in Tiroler Gebetsbüchern Anleitungen, wie das Anklöpfeln in den letzten drei Donnerstagen vor Weihnachten durchgeführt werden soll. In anderen Teilen Tirols ist dieser Brauch immer noch aktuell, jedoch steht hier das Erbetteln von Gaben im Vordergrund.

Anklöpfeln

Das Anklöpfeln wurde von Kindern und Jugendlichen sowie von armen Leuten ausgeübt. Hierbei war es Pflicht, sich zu vermummen. Die Vermummung blieb bis heute erhalten, wohingegen mittlerweile Kinder und Jugendliche aus allen Familien teilnehmen dürfen.

Heute stehen vier Punkte im Vordergrund: Das Glück- und Segenwünschen, die Beschenkung und Bewirtung, das Aufsagen von Versen und die Anlehnung an Weihnachten. Beim letzeren soll die Herbergssuche von Maria und Joseph nachgespielt werden. Jede Region hat sich hierbei ihre eigenen Vorlieben bewahrt und übt das Anklöpfeln auf eine individuelle Art und Weise aus. Daher benutzen in manchen Gegenden die Beteiligten Hammer und Besen und klopfen damit extrem laut an. Viele nutzen auch lärmende Glocken.
Das Anklöpfeln ist noch unter den Begriffen Klöpfelnächte, Klöpflesnächte, Kräflsnächte, Bosselnächte, Anglöckelnächte und heilige Nächte bekannt.

Wichtig ist jedoch immer, dass dieser Brauch nur an den drei Donnerstagen vor Weihnachten durchgeführt werden darf.
Durch das Verbot war dieser Brauch zwischenzeitlich untergegangen, wurde jedoch im 17. Jahrhundert wieder aktiviert und zwar als Herbergsbrauch. Der Hausherr, bei dem angeklopft wird, muss Einlass gewähren und die Beteiligten bewirten.

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