Arme Leute Essen

Das Batzlkraut wär fast in Vergessenheit geraten. Das Schmankerl hätte ab November Hochsaison. Batzlkraut war früher ein Arme-Leute-Essen. Es gab viele Familien, bei denen es fast jeden Tag auf dem Speiseplan stand. Die Bezeichnung ist eigentlich irreführend, denn das Batzlkraut ist eine Stoppelrübe. Ihr botanischer Name ist „Brassica rapa var. Rapa“, das auf bayerisch als Batzl bezeichnet wird. Die Wuchsform kann mit einem Rettich verglichen werden. Es handelt sich um eine weiße Rübe, die eine leichte violette Färbung Richtung Krautansatz im oberen Bereich hat. Während die Rüben ursprünglich eigentlich eher Viehfutter waren, kam sie auch schon immer in der menschlichen Ernährung zum Einsatz. Die Stoppelrübe ist eine Zwischenfrucht, die zwischen den abgeernteten Getreidestoppeln wächst. Geerntet wurden die Rüben zwischen Ende Oktober und dem ersten Schneefall. Die Batzl haben einen Nährstoffmangel, daher kommen sie bei der modernen Fütterung nicht mehr zum Einsatz.

Eine Rarität

Die uralte Kulturpflanze ist heute auf den Feldern kaum noch zu finden. Sie ist eine echte Rarität. Für die Ernte gibt es keine Spezialmaschinen, daher kann sie nur mühselig von Hand geerntet werden. Früher wurden auch die Kinder mit auf das Feld genommen zum Batzlziehen. In der menschlichen Ernährung kamen die Batzl als Kraut oder kurzes Kraut zum Einsatz. Die Batzl sind nicht nur für den Verzehr geeignet, ihr Saft hat eine durstlöschende Wirkung. Aber sie sind nicht jedermanns Sache. Werden sie heute zubereitet, werden sie natürlich anders aufgewertet, als es früher möglich war. Es ist heute nicht mehr ganz einfach die Batzl in seine Küche zu bekommen. Als Viehfutter wird sie nicht mehr genutzt und somit kaum noch angebaut. Wer das Glück hat an einem Batzschlag vorbei zu kommen, kann sich eine Rübe ziehen und in Erinnerung schwelgen, was für ein guter Stiller von Hunger und Durstlöscher die Rübe sein kann. Einfach grob säubern und mit einem Taschenmesser schälen. Doch bei der leckeren Erfrischung gilt es ein wenig aufzupassen, dass kein so bezeichneter „Bettseicher“ erwischt wird. Das sind die ganz weißen Rüben, die keine typische Lilafärbung haben. Ihnen wird nachgesagt, dass sie verheerend harntreibend sind.

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