Berchtesgadener Klöckelsinger

In Bayern werden viele Bräuche und Traditionen noch gepflegt, die es in anderen Teilen Deutschlands so nicht gibt. Ein alter Brauch ist das Klöckelsingen. Heute wird dem Brauch der Berchtesgadener Klöckelsinger allerdings fast nur noch von Kindern nachgegangen. Ab und an ist auch ein Erwachsener zu sehen, der sich der Sammlung für einen guten Zweck anschließt.

Früher hatte die ärmere Bevölkerungsschicht das Privileg an die Türen zu klopfen, um sich mit Glück und Segenswünschen ein bisschen Geld dazuzuverdienen. Im Markt kam der Brauch aber nicht besonders gut an, bis zum Ende der zwanziger Jahre vom letzten Jahrhundert war in Berchtesgaden immer noch der Verein „gegen das Heischen“ beheimatet. Die Einwohner störten sich scheinbar an der „Bettelei“, so dass sie ihren Verein bereits um 1850 ins Leben riefen. Der Brauch ist in den ländlichen Gemeinden allerdings bis heute trotz allem geblieben.

Eine alte Tradition

Dass die Berchtesgadener Klöckelsinger in den Berchtesgadener Gemeinden von Haus zu Haus zogen, fand bereits im „Weltbuch“ von Sebastian Franck Erwähnung. Daher lässt sich darauf schließen, dass es die Tradition bereits seit 1450 n. Chr. gibt. Immer an den ersten drei Donnerstagen in der Vorweihnachtszeit zogen die Klöckersinger aus, um das Weihnachtsfest zu verkünden.

Sie brachten den Hausbewohnern Gebete, Gedichte und Lieder und konnten auf diese Weise noch etwas Essbares für ihre Familien bekommen. Heute sind es eigentlich nur noch die Kinder, die den Brauch aufrechterhalten. Sie klopfen an jede Haustür und bringen Weihnachtswünsche ins Haus. Sie bekommen meist Süßigkeiten und oft auch etwas Geld.

FOTO:Berchtesgadener Klöckelsinger Standbildfoto aus Youtube Video https://www.youtube.com/watch?v=7VJm_kM-F3o © Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT)

 

Schreibe einen Kommentar