Bleigießen

Das Bleigießen ist weniger ein Weihnachtsbrauch. Es wird meist an Silvester praktiziert. Es handelt sich dabei um ein Orakel- und Mantik-Brauchtum, dem allerdings kaum eine ernste Bedeutung zugeschrieben wird. Dabei ist das Bleigießen schon alt, denn bereits bei den alten Römern war es verbreitet.

So geht’s

Ein Bleistück kommt auf einen Löffel, der über einer Kerze oder einem kleinen Feuer erhitzt wird. Der Löffel bleibt solange über der Feuerquelle, bis das Blei geschmolzen ist. Anschließend wird es sofort eine Schüssel, gefüllt mit kaltem Wasser, gegossen. Die Schüssel sollte vorab bereitgestellt werden. Das Blei erstarrt direkt zu meist sehr bizarren Formen. Die erstarrten Bleistücke werden mit ihrer Gestalt und ihrem Schattenwurf zum Wahrsagen genutzt. Dabei folgt eine völlig freie Assoziation von Gestalt und Schattenwurf. Man könnte sagen, dass die Interpretation vom Bleigießen ungefähr den gleichen Regeln unterliegt, wie das Lesen im Kaffeesatz. Die üblichen Sets, die es im Handel für Silvester gibt, haben meist Bedeutungslisten im Lieferumfang. Damit sollen sich Interpretationen leichter lesen lassen. Ein Herz bedeutet etwa sich zu verlieben, während eine Blume für neue Freundschaft steht.

Nicht ganz ohne

Blei ist ein Schwermetall und daher giftig. Nimmt der menschliche Körper Blei auf, kann es zu langfristigen Gesundheitsschäden kommen. Ebenso kann das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt werden. Wird nicht auf peinlichste Sauberkeit geachtet und vom Bleigießen benutzte Gefäße oder Löffel weiterbenutzt, kann es passieren, dass es zum Einatmen von Bleidämpfen kommt. Befinden sich Reste vom Blei an den Gegenständen, können sie von der Haut aufgenommen werden. Eine weitere Gefahr können heiße Bleispritzer sein, durch die es zu schweren Brandverletzungen kommen kann. Bleigießen macht Spaß und ist eine lieb gewonnene Tradition für sehr viele an Silvester. Es muss auch niemand darauf verzichten, es sollte jedoch immer mit Bedacht und Vorsicht ausgeführt werden. Zinn wäre eine gute Alternative. Es ist nicht giftig und hat einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt.

 

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