Christkindelläuten

Weihnachten ist durchzogen mit einer Vielzahl an schönen Weihnachtsbräuchen, die jedes Jahr für wunderbare Stimmungen sorgen. Die Familien finden wieder an einen Tisch, der Duft selbstgebackener Plätzchen zieht sich durch die Räume und die Fenster sind hell erleuchtet. Die Weihnachtsbräuche haben bereits eine uralte Tradition, sind jedoch von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden. Neben typischen Weihnachtsbräuche in der Familie gehören auch die Glocken, das Christkindlläuten, zu einer Tradition, die am 17. Dezember für Hessen bekannt war und teilweise auch noch ist.

Die Geschichte des Christkindlläutens

Das Christkindlläuten stammt aus alten Zeiten und findet immer am 17. Dezember statt. Dieser Tag ist auch unter dem Namen Lazarustag bekannt. Lazarus war ein kranker und armer Mann, der vor den Toren eines sehr reichen Mannes lag. Die Geschichte steht im Lukasevangelium und wurde eigentlich bis zur römischen Kalenderreform gefeiert. Lazarus bettelte bei dem reichen Mann um Lebensmittel und um Abfälle, damit er überleben konnte. Aber der reiche Mann hattem laut Überlieferung, kein Herz und verwehrte ihm sogar den Abfall. Die Folge war der Tod von Lazarus. Lazarus kam in den Himmel und konnte es sich dort richtig gut gehen lassen.

Als der reiche Mann starb, kam dieser nicht in den Himmel, sondern musste darben. Diesem Schicksal lässt sich nur entgehen, wenn schon zu Lebzeiten Barmherzigkeit gelebt wird und den Hungernden geholfen wird. Deswegen wurde der sogenannte Lazarustag eingeführt. Auch heute läuten in vielen katholischen Regionen, beispielsweise in Bayern oder in Hessen, die Kirchenglocken am 17. Dezember um 15.00 Uhr. Sie sollen die Menschen nicht nur daran erinnern, dass in einer Woche Weihnachten ist, sondern auch daran, dass Barmherzigkeit zu Lebzeiten wichtig ist.

Christkindlläuten in den kleineren Regionen

In den Großstädten und den großen Kirchen findet das Christkindlläuten heute eher selten statt. Die kleinen Kirchen in den Vorstädten und den Gemeinden jedoch, die in katholischer Hand sind, halten auch heute noch an diesem schönen Brauch fest. Hessen und Bayern zählen zu den Regionen, in denen das Christkindlläuten nach wie vor sehr aktiv praktiziert wird. Viele Menschen machen sich mit dem Glockenläuten auf in die nächstgelegene Kirche und helfen den Armen und Kranken, die auch zum Gottesdienst erschienen sind. Viele kleine Gemeinden veranstalten nicht nur einen Gottesdienst, sondern bieten der Gemeinde einen Kaffee- und Kuchennachmittag an, um auch den Menschen einen schönen Nachmittag zu machen, die sich so etwas nicht leisten können. Einige Gemeindemitglieder helfen tatkräftig mit und unterstützen mit Sachspenden oder bei der Verteilung von Kaffee und Kuchen nach dem Gottesdienst.

Die Ankunft von Christus

Das Christkindlläuten in Bayern und Hessen hat aber auch den Grund, dass die Menschen daran erinnert werden, dass die Ankunft des Heilands bald bevorsteht. Mit dem Läuten der Kirchenglocken wird der Gemeinde und den Gläubigen die Geburt Christis angekündigt. Pünktlich um 15.00 Uhr am 17. Dezember werden die Kirchenglocken geläutet, die zum Gottesdienst rufen und daran erinnern, dass die Geburt bald bevorsteht. Die Kirchenglocken gehören heute nach wie vor in vielen Regionen zur Weihnachtszeit dazu, wie das Backen von Plätzchen, die besinnliche Zeit mit der Familie und die Besuche in der Kirche am Heiligen Abend.

 

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