Die „Drud“

Die „Drud“ schaurigsten Gestalten der Rauhnächt

Der Erzählungen nach war die Drud, früher auch druckade Drud genannt, eine einfache Magd bei einem Bauern oder einem Wirt. Tagsüber verrichtete sie ganz normal ihre Arbeit, des Nachts aber wurde sie umtriebig und ging zu besonders bösen Menschen oder solchen mit schlechtem Gewissen zum „drucka“.

„Die Drud hat druckt!“

Gesehen wurde sie nicht, aber sie setzte sich auf den Brustkorb und auf das Genick desjenigen, den sie besuchte. Der bekam Atemnot und Schweißausbrüche. Da man sich diese nächtlichen Anfälle nicht erklären konnte, hörte man oft den Spruch: „…mir geht es hundeelend, heute Nacht hod mi de Drud bsuacht.“

Die umtriebige Drud geht auf folgende zwei Geschichten zurück: In der ersten isst sich die Magd am Weihnachtsabend den Bauch so voll, dass sie nicht mehr zur Christmette gehen kann.

Zur Strafe muss sie in den Rauhnächten, in der Weihnachtszeit, die bösen Menschen besuchen. In der zweiten Geschichte wurde bei der Taufe von dem Mädchen ein Fehler gemacht. Ob vom Pfarrer, den Eltern, dem Paten oder sonst wem, ist dabei egal.

Der plötzliche Kindstod wurde ihr auch oft angelastet. Um dem Besuch der Drud vorzubeugen wurde früher der Drudenfuß auf den Türstock und viele Möbel gemalt. Diesen fünfzackigen Stern sieht man heute noch auf alten Möbeln. Auch ein Messer im Türstock steckend sollte sie abwehren.

Wer ganz mutig war und wissen wollte, wer als Drud sein Unwesen triebe, ging folgendermaßen vor: Während des nächtlichen Besuchs, noch bevor sie sich wieder davon machte, musste man sie für den nächsten Tag mit den Worten „Kummst auf a Suppn“ zum Essen einladen.

Da die Drud für ihr Leben gerne aß, kam sie natürlich zum Mittagessen und so wusste man, wer sie wirklich war. Wenn übrigens mal keine Menschen in der Nähe waren, kam es auch vor, dass das Vieh am nächsten Tag Tod im Stall lag.

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