Flaschenpyramide

Zu Weihnachten gibt es im Erzgebirge die Tradition der Flaschenpyramide. Es handelt sich dabei um eine Unterart von der Weihnachtspyramide mit Tradition. Die Fertigung erfolgt bereits seit 100 Jahren in Heimarbeit. Ein Bergmann war von dem Reiz begeistert, in einer Flasche kleine Miniaturen unterzubringen. Allerdings war nicht jeder fingerfertig genug, um die Handarbeit ausführen zu können. Dazu kam, dass weißes Glas sehr selten und schwer zu bekommen war. Es wurde mundgeblasen und war natürlich entsprechend teuer.

Ein Statussymbol

Die Glasproduktion wurde industriell immer mehr. Das regte den Einfallsreichtum der Handwerker im Erzgebirge an. In den Häusern wurde mit Holz geheizt und auch gekocht. Das führte zu einer ständigen Verschmutzung durch Ruß in den Räumen. Der Besitz einer Flaschenpyramide verlieh den Status der privilegierten Bevölkerungsschicht. Und die Besitzer freuten sich, ihre Miniaturen sicher vor Ruß und Staub schützen zu können.

Heute auch nach Wunsch

Selbst als die industrielle Fertigung von Glas viele Vorteile brachte, war es nicht möglich Flaschenpyramiden in Massen herzustellen. Eine Flaschenpyramide benötigt in der Fertigung sehr viel Zeit und ebenso viel Geduld. Das machte sie unwirtschaftlich. Es gibt nur wenige Handwerker, die in ihrer Freizeit Flaschenpyramiden anfertigten. Sie reichten sie in der Familie weiter. Dabei waren ältere Modelle immer sehr bunt und enthielten verschiedene Verzierungen wie zum Beispiel Perlenketten. Es gibt drei verschiedene Arten von den Flaschenpyramiden. Die erste ist einfach mit einer Flasche und einem Flügelrad. Die zweite besteht als Kristallpyramide aus vier Flaschen. Sie hat vier Flügelräder. Alle Flügelräder drehen sich gleichzeitig. Die dritte ist die Geduldsflasche. Sie hat eine Flasche, aber kein Flügelrad. Zudem ist sie unbeweglich. Heute werden die Flaschenpyramiden in einer Erzgebirgsstube in liebevoller Kleinstarbeit gefertigt. Dabei können Kunden ihre Wünsche äußern und die Flaschenpyramiden können an viele Anlässe angepasst werden.

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