Frauentragen

Das Frauentragen im Advent

Frauentragen ist ein weihnachtlicher Brauch, der in der Adventszeit durchgeführt wird – genauer gesagt in der Zeit vom ersten Dezember bis Weihnachten.

Hierbei wird am ersten Dezember eine Figur der Jungfrau Maria von einer Familie zur nächsten getragen. Diese Figur befindet sich normalerweise in der Kirche und am ersten Dezember wird sie der ersten Familie überreicht. Dort verbleibt sie bis zum nächsten Tag. Jeweils am Abend wird sie weitergereicht und um dieses Ereignis zu feiern, wird die Figur im Rahmen einer Adventsandacht weitergegeben. Sollte keine neue Familie bereit sein, die Figur bei sich für einen Tag aufzunehmen, dann darf sie auch länger in der Familie verbleiben. Wer an diesem Brauch teilnehmen möchte, der muss sich im November in der Pfarrei in einer Liste eintragen.

Der Brauch wird vor allem in Bayern und in Österreich durchgeführt. Neu ist, dass dieser weihnachtliche Brauch auch im Rheinland ausgeübt wird. Die Figur wird am ersten Dezember im Rahmen einer Aussegnung an die erste Familie ausgegeben und am 24. Dezember wieder durch einen feierlichen Gottesdienst in Empfang genommen.

Sinn dieses Brauches ist die Möglichkeit, im eigenen Heim eine Andacht gestalten zu können. Des Weiteren wird hierdurch die Kontaktpflege in der kirchlichen Gemeinde gefördert. Teilweise wird die Mariafigur auch an einem Kindergarten weitergegeben. Jede Pfarrei übt den Brauch auf eine andere Art und Weise aus.

Im Übrigen handelt es sich bei der Mariafigur um eine schwangere Maria und mit dem Frauentragen wird vor allem die Geschichte nacherzählt, in der Maria und Joseph auf der Suche nach einer Herberge waren. Wer die Mariafigur bei sich aufnimmt, gibt somit der schwangeren Maria ein Dach über dem Kopf: Der Sinn von Weihnachten wird hiermit wiedergeboren.

In Österreich wird der Brauch Frauentragen erst neun Tage vor Weihnachten, also ab dem 16.12 durchgeführt. Bei der Übergabe von einer Familie zur nächsten wird hierbei gebetet – in der Regel die ersten beiden Gesätzchen des Rosenkranzes. Das Beten geschieht entweder laut oder leise.

Schreibe einen Kommentar