Lüttenweihnachten

Weihnachtsbräuche sind wichtige Bestandteile in der Weihnachtszeit, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Während viele Bräuche nur im jeweiligen Bundesland bekannt sind, gibt es auch Weihnachtsbräuche, die über die Grenzen hinaus die Menschen verbindet, beispielsweise das Singen von Weihnachtsliedern zur Weihnachtszeit.

Der Ausgangspunkt für alle Weihnachtsbräuche war und ist die Geburt von Jesus Christus. Die meisten Bräuche sind mit christlichen Motiven verschmolzen, um den Tag der Geburt zu feiern und ihm Ausdruck zu verleihen. In den meisten Bundesländern beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Advent und endet mit den Heiligen Drei Königen am 06. Januar des darauffolgenden Jahres.

Lüttenweihnachten – der Brauch auf Rügen

Das sogenannte Lüttenweihnachten ist gerade auf Rügen ein sehr bekannter Weihnachtsbrauch. Dieser Brauch richtet sich an die Tiere des Waldes und die Haustiere, die für die Menschen eine große Bedeutung haben. Sie erhalten in dieser Zeit verschiedene Gaben, die ganz unterschiedlich sein können. Bei den Waldtieren handelt es sich meist um spezielle Köstlichkeiten, angefangen von Nüssen bis hin zu verschiedenen Beeren. Mit den fertigen „Geschenken“ gehen die Bewohner in den Wald und hängen die kleinen Pakete an Büsche und Bäume, so dass die Tiere freien Zugang dazu haben.

Heutzutage dreht es sich bei der Lüttenweihnacht nicht mehr nur um die Waldtiere, sondern auch um das Haustier. Hund und Katze bekommen kleine Köstlichkeiten, die sonst im Jahr eher nicht auf dem Speiseplan stehen. Somit ist das Fest der Liebe auch das Fest der Tiere. Der Brauch stammt aus dem 19. Jahrhundert und zählt zu den eher jüngeren Weihnachtsbräuchen. Es ist ein Brauch, der nur in Teilen Deutschlands bekannt und nicht überall praktiziert wird.

Der Tag vor Weihnachten ist Lüttenweihnachten

Die sogenannte Lüttenweihnacht findet auf Rügen einen Tag vor Weihnachten statt. Es ist ein Weihnachtsbrauch, der in vielen Regionen im Norden Deutschland durchgeführt wird, aber überwiegend zu Rügen gehört. Traditionell wird ein Tag vor Weihnachten extra für die Tiere ein kleines Weihnachtsfest abgehalten. Dazu gehört natürlich auch ein festlich geschmückter Tannenbaum, der meist mit vielen Leckereien behängt wird. Früher war es so, dass die Obrigkeiten diesem Glauben nicht zustimmten. Sie hielten ihn für Aberglaube und verboten daraufhin die Lüttenweihnacht. Aber gerade die Kinder waren so fasziniert von der Lüttenweihnacht, dass dieses Fest bald wieder durchgeführt wurde.

Köstliche Leckereien für die Tiere

Neben einem schönen Tannenbaum, der ebenfalls für die Tiere aufgestellt wird, gehören zu Lüttenweihnachten in erster Linie viele Leckereien dazu. Das Essen wird anhand der verschiedenen Tiere ausgesucht, denen mit Lüttenweihnachten eine Freude gemacht werden soll. Heute werden kleine Köstlichkeiten an Bändern befestigt und im Wald an Bäumen und Büschen aufgehängt. Dabei handelt es sich in der Regel um Nüsse, Beeren und andere Leckereien, die von den Tieren mit Begeisterung gefressen werden.

Der Brauch, extra einen Tannenbaum aufzustellen, ist in den letzten Jahren in den Hintergrund gerückt, denn heute wird sich eher auf das Verteilen von Leckereien konzentriert. Nicht nur die Erwachsenen im Norden praktizieren diesen Weihnachtsbrauch bis heute noch, auch die Kinder übernehmen den Brauch und sind jedes Jahr auf die Tiere gespannt, die sich ihre Leckereien abholen. Einige Tierliebhaber verschenken an diesem besonderen Tag nicht nur Leckereien, sondern bedenken ihre Lieblinge mit kleinen Geschenken, die sie selber auspacken dürfen.

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