Middewinterhorns

Weihnachtsbräuche und Riten sind wichtige Bestandteile zur Weihnachtszeit, um die Vergangenheit nicht ganz zu vergessen. Jedes Bundesland feiert Weihnachten auf andere Art und Weise und doch steht überall die Familie im Mittelpunkt. Neben vielen tollen Köstlichkeiten und den ansprechenden weihnachtlichen Dekorationen, die die Weihnachtszeit bietet, ist das Zusammensein der Familie ein ganz wesentlicher Bestandteil. Es ist ein Fest der Liebe, das mit einigen schönen Bräuchen und einer stimmungsvollen Atmosphäre jedes Jahr aufs Neue gefeiert wird.

Middewinterhorn in der Weihnachtszeit

Das Middewinterhorn ist ein Blasinstrument, das auch unter dem Namen Adventshorn bekannt ist. Auf dem Horn können bis zu acht verschiedene Töne gespielt werden. Im Gegensatz zu dem bekannten Alphorn wird das Middewinterhorn freihändig gehalten, trotz einer Länge von 130 Zentimeter. Beim Spielen wird jedes Horn immer einzeln geblasen, denn die Hörner bilden zusammen keine Harmonie. Das liegt nicht zuletzt daran, dass jedes Horn andere Töne spielt, die nicht zusammenpassen.

Der doch sehr ungewöhnliche Name stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet „In der Mitte des Winters“. Es ist ein Ausdruck, der die Zeit rum um Weihnachten bezeichnet und auch heute bei vielen noch ein Begriff ist. Gerade zwischen den Niederlanden und Deutschland ist das Middewinterhorn sehr bekannt und wird meist ab dem 1. Advent bis zu den Heiligen Drei Königen gespielt. Das Middewinterhorn hat bereits eine jahrhundertealte Tradition, die auch heute noch gerne in der Weihnachtszeit zum Leben erweckt wird.

Die Bedeutung des Middewinterhorns

Zwischen den Gebieten Twente und der Grafschaft Bentheim ist das Middewinterhorn nach wie vor am Bekanntesten. Es zeichnet sich durch eine alte Tradition aus, die zum Teil auch heute noch bekannt und nicht vollständig in Vergessenheit geraten ist. In den früheren Jahrhunderten galten die Menschen als sehr abergläubisch. Aus diesem Grund wurde die Tradition des Middewinterhorns in NRW ins Leben gerufen. Mit dem Blasen des Middewinterhorns sollten die bösen Geister vertrieben werden, um anschließend die Wintersonnenwende zu begrüßen.

Grundsätzlich wird das Horn auch heute noch kurz vor Weihnachten geblasen, um die Geburt Christis anzukündigen. Während in Deutschland das Middewinterhorn nur im Freien genutzt wird, haben die Niederlande das Blasen des Horns auch in Kirchtürmen und in Kirchen erlaubt. Heute gibt es in den Grenzregionen zwischen Deutschland und den Niederlande Vereine, die sich mit dem Spielen des Middewinterhorns beschäftigen. Auch wenn die Bläsergruppen unterschiedlich groß sind, gespielt wird immer der Reihe nach, um die Harmonie beizubehalten.

Die Herstellung des Middewinterhorns

Schon zu Beginn der Tradition wurde das Middewinterhorn aus einem gebogenen Baumstamm hergestellt. Wichtig war hierbei, dass der Baumstamm lediglich eine leichte Wölbung hat. Der Baumstamm musste einen Durchmesser von etwa 15 Zentimeter und eine Länge von etwa 130 Zentimeter haben. Das Stück Holz wurde der Länge nach durchgesägt, um danach beide Teile gründlich auszuhöhlen. Die ausgehöhlten Teile sind dann mit Holzleim verklebt und mit Bast verarbeitet worden, um einen festen Halt zu gewährleisten.

Das Mundstück bestand aus einem daumendicken Mundstück, das aus Holunder hergestellt worden ist. Anschließend wurde das Mundstück einfach auf das fertige Horn aufgesetzt, so dass es genutzt werden konnte. Traditionell wird das Middewinterhorn auch heute noch nach der alten Herstellung produziert. Es gibt heutzutage nur wenige Hersteller, die die Herstellung vom Middewinterhorn beherrschen und es in ihrem Sortiment führen.

 

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