Neujahrsanblasen

Der Neujahrsbrauch des Neujahrsblasens oder auch Neujahrsanblasens hat heute immer noch Bestand. Vor allem in der Alpenregion in Süddeutschland und dem Erzgebirge. Musikkapellen halten das Brauchtum am Leben. Dabei wandern Musikgruppen von einem Haus zum nächsten. Besonders in kleineren Gemeinden ist das traditionelle Treiben zu beobachten. Die Musiker übermitteln den Hausbewohnern Neujahrsgrüße indem sie ihnen eine musikalische Darbietung liefern. Im Gegenzug dafür bekommen sie eine Spende.

Lange Tradition

Wer sich die Historie der alten Tradition betrachtet, wird feststellen, dass es die Stadtpfeifer waren, auf die sie zurückzuführen ist. Sie bekamen die Erlaubnis, wenn das Jahr wechselte, von Haus zu Haus zu ziehen und auf diese Weise für die Aufbesserung von ihrem Gehalt sorgten. Sie waren allerdings nicht immer willkommen. Oftmals wurde ihnen unterstellt, dass sie bettelten. Der Altenburger Stadtmusikus gab im Jahr 1737 an, oftmals beim Neujahrsblasen vor verschlossenen Türen zu stehen. Zudem sei er „spöttisch und gröblich abgewiesen“ worden. In Weimar erließ der Herzog am 20. Dezember 1812 nicht nur ein Verbot für sämtliche Neujahrsgänge sondern auch für das Neujahrsblasen, das als Bettelei bezeichnet wurde. Der Weihnachtsbrauch erlebte besonders in Niederösterreich sein Comeback im 20. Jahrhundert. Das Vorrecht hatten dabei die örtlichen Musikgruppen. Während zu Beginn das Singen den Schwerpunkt bildete, kamen immer mehr Instrumente dazu. Der weltliche Charakter setzte sich ab der Mitte vom 20 Jahrhundert immer mehr durch.

Das Vorgehen

Heutzutage kommen Musikvereine, die in den Orten ansässig sind, zum Neujahrsgruß zu den Bewohnern. Dabei sind sie meistens zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag unterwegs. Der Brauch dient nicht nur dem Glückwünschen, sondern wird auch genutzt, um Spenden zu sammeln. Besonders die kleinen Musikvereine können die Spenden gut gebrauchen. Sie sind meist gemeinnützig und haben so die Möglichkeit Aufmerksamkeit für ihren Verein zu bekommen. In vielen Fällen wird den Musikern auch ein Schnaps oder Likör angeboten. Oft bekommen die Hausbewohner in der Zeit der Umzüge von verschiedenen Untergruppen vom Musikverein Besuch.

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