Paradeisl

Paradeisl – der Vorläufer des Adventkranzes

Der Paradeisl ist der Vorläufer des heutigen Adventskranzes und entstand als Brauch in Altbayern und Österreich. Auch der Paradeisl wurde zu Beginn der Adventszeit aufgestellt und zierte somit die Wohnungen zu Weihnachten. Er bestand aus vier Äpfeln, die jeweils mit einer Kerze geschmückt wurden. Diese vier Äpfel wurden mit Stöcken, die verziert oder gar geschnitzt wurden, zu einer dreieckigen Pyramide zusammengesteckt. Die Holzstöcke wurden oft mit Tannenzweigen oder anderen Dekorationsartikeln verziert, ähnlich wie dies heute mit dem Adventkranz geschieht.

Kerzen in festgelegten Farben mit genauem Ablauf

Die Wahl der Kerzen musste nach einem genauen Muster ablaufen: In der unteren Etage befand sich immer eine rosa Kerze, während die anderen drei Kerzen entweder rot oder violett waren. Die rosa Kerze durfte nur am dritten Adventssonntag angezündet werden. Denn an diesem Sonntag ist Gaudete und rosa stellt die für diesen Sonntag verwendete Farbe dar. Gaudete bedeutet im Übrigen: Freuet Euch. Ebenfalls war es wichtig, dass als vierte Kerze die Kerze oben auf der Spitze angezündet wurde. Der Paradeisl durfte entweder alleine stehen oder wurde auf einen mit Nüssen, Äpfeln oder Weihnachtsgebäck geschmücktem Teller gestellt.

Äpfel sollten an den Sündenfall im Paradies erinnern

Selbstverständlich durfte der Paradeisl auch mit Tannenzweigen und weiteren Dekorationsartikeln geschmückt werden – ähnlich wie dies heute mit dem Adventskranz geschieht. Die Äpfel wurden damals gewählt, um an den Sündenfall im Paradies zu erinnern und die Kerzen sollten das Licht darstellen, das mit Jesu Geburt in die Welt kam.

Der Paradeisl war ursprünglich Teil der Paradiesspiele, fand jedoch schnell Einzug in private Wohnungen – daher entstand auch der Name Paradeisl. Dort wurde er unter anderem verwendet, um den Fortschritt in der Weihnachtszeit anzuzeigen. Zum anderen symbolisierte er den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Schließlich durfte jede neue Kerze nur an einem neuen Adventssonntag angezündet werden, sodass man immer genau wusste, wie weit die Adventszeit vorangeschritten ist.

Weitere Bezeichnungen für den Paradeisl waren Paradeiser und Paradeiserl.

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