Pfeffern

Weihnachten ist ein besinnliches Fest, an dem die ganze Familie wieder zusammen kommt. Der Duft von frisch gebackenen Plätzchen zieht durch die Wohnung und hell erleuchtete Fenster sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Doch Weihnachten ist auch ein Fest der Bräuche und Traditionen, die in jedem Bundesland teilweise sehr verschieden sind. Das gilt auch für das Bundesland Bayern, wo beispielsweise das Pfeffern zu einem Brauch gehört, den es bereits schon seit dem 18. Jahrhundert gibt.

Der Pfefferbrauch im katholischen Bayern

Der Pfeffern ist ein Weihnachtsbrauch, der in der Regel nach Weihnachten praktiziert wird und überwiegend in katholischen Gegenden vorkommt. In der Regel ist es ein Brauch, der von Jungen und Mädchen durchgeführt wird. Sie laufen dabei mit Weidenrauten herum, um anderen Kindern oder auch Erwachsenen auf spielerische Weise auf die Beine zu hauen. Dabei sagen sie einen Spruch auf und bekommen danach Süßigkeiten, Gebäck und manchmal auch etwas Geld. Allerdings gibt es bei den Verfahrensweisen und dem Zeitpunkt einen Unterschied, denn Mädchen und Jungen gehen nicht am gleichen Tag los, sondern an verschiedenen Tagen.

Der Zeitpunkt beim Pfeffern

Die Verfahrensweisen und vor allem der Zeitpunkt ist beim Pfeffern sehr unterschiedlich. Am 28. Dezember ist der Tag der unschuldigen Kinder. An dem Tag sind die Jungen mit einer Weidenrute ausgerüstet und schlagen damit überwiegend die weiblichen Dorfbewohner, während sie dabei einen typischen Sprich dazu aufsagen. Erst wenn das Opfer ein kleines Geschenk verteilt, hören die Buben auf und ziehen weiter.

Die Mädels hingegen sind 1. Januar, sprich Neujahr, unterwegs. Sie haben Fichtenzweige oder Birkenreiser im Gepäck und bearbeiten damit in der Regel die Beine der Jungen oder der Männer. Erst wenn diese die Frage, die sie stellen, beantworten und ein kleines Geschenk überreichen, ziehen die Mädchen weiter. Bei den Geschenken muss es nicht immer nur eine Süßigkeit oder Gebäck sein, es kann auch durchaus ein Geldgeschenk sein.

Die Geschichte vom Pfeffern

Das Pfeffern hat bereits eine Jahrhunderte alte Tradition. Doch wie bei so vielen Bräuchen artete auch dieser Bruch ein stückweit aus, so dass das Pfeffern teilweise im 16., 17. und 18. Jahrhundert immer wieder mal verboten wurde.

Das Pfeffern, auch unter dem Namen Pfitzen oder Fitzeln bekannt, findet in der Regel zwischen dem zweiten Weihnachtstag und Neujahr statt. Es ist ein Brauch, bei dem den Mitmenschen leicht auf die Beine geschlagen wird. Dazu nehmen die Pfefferer beispielsweise Mistelzweige oder Wacholderzweige, die schon leicht ausgetrieben sind. Jeder, der ihnen über den Weg gelaufen ist, wurde mit den Zweigen leicht bearbeitet und zwar solange, bis ein kleines Geschenk übergeben wurde. Wenn damals beispielsweise unverheiratete Mädchen nicht gepfeffert worden sind, erhielten sie einen schlechten Ruf.

Als Geschenk wurde früher meist Lebkuchen verteilt, der heute unter dem Namen Pfefferkuchen bekannt ist. Während die männlichen Pfefferer in der Regel einen kleinen Schnaps trinken durften, haben die Kinder oftmals Süßigkeiten oder kleine Geldgeschenke erhalten. Die Grundvoraussetzung für das Pfeffern in Bayern war allerdings, dass dieser Brauch nur bis 12 Uhr mittags durchgeführt wurde, da alles andere nur Unglück bringen würde.

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